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· Soul-Journal

Sonnengruß-Anleitung: Surya Namaskar A in 12 Schritten | komplette Anleitung

Von Nasti 8 Min Lesezeit aktualisiert

Der Sonnengruß ist die wahrscheinlich bekannteste Yoga-Sequenz weltweit und Grundbaustein fast jeder Vinyasa-Stunde. Drei Sonnengrüße am Morgen ersetzen oft den ersten Kaffee. Hier ist die genaue Anleitung mit allen 12 Schritten, Atemführung und Anfänger:innen-Modifikationen.

✦ Bildidee

Storyboard / Comic-Strip-Stil: Die 12 Asanas des Sonnengrußes nebeneinander als kleine Strichzeichnungen mit Pfeilen, die den Fluss zeigen. Stil: minimal, schwarz auf Sand-Hintergrund.

Bildidee · 12 Schritte des Sonnengrußes auf einen Blick

Was ist der Sonnengruß?

Der Sonnengruß (Sanskrit: Surya Namaskar, Surya = Sonne, Namaskar = Gruß) ist eine fließende Sequenz aus 12 Asanas, die durch deinen Atem geführt werden. Eine Bewegung pro Atemzug.

Es gibt zwei klassische Varianten:

  • Surya Namaskar A: die ursprüngliche, kürzere Variante (12 Schritte). Anfänger:innen-tauglich.
  • Surya Namaskar B: erweiterte Variante mit Krieger 1 und zusätzlichen Schritten (17 Schritte). Anspruchsvoller.

In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf Surya Namaskar A, die Basis, die du beherrschen solltest, bevor du an B gehst.

Herkunft & Tradition

Der Sonnengruß in seiner modernen Form geht auf den indischen Yoga-Meister T. Krishnamacharya (1888–1989) zurück, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Hofe des Maharadschas von Mysore unterrichtete.

Krishnamacharya synthetisierte traditionelle Yoga-Asanas mit indischen Kampfkunst-Bewegungen, britischer Turnübungen-Tradition und Atemtechniken. Heraus kam, was wir heute als Vinyasa-Sequenzen kennen. Seine Schüler K. Pattabhi Jois (Ashtanga Yoga) und B.K.S. Iyengar (Iyengar Yoga) verbreiteten den Stil weltweit.

Der Sonnengruß als Solo-Praxis traditionell ein Gebet an die aufgehende Sonne, in einer Bewegungs-Sequenz ausgedrückt. Pragmatisch heute: ein wirkungsvolles Ganzkörper-Warmup in einer Minute.

Die 12 Schritte mit Atemführung

Wichtig vorab: Atem führt die Bewegung, nicht andersherum. Jede Bewegung bekommt einen Atemzug. Geht es schneller, hat es nichts mehr mit Vinyasa zu tun.

Schritt 1: Tadasana (Berghaltung) · neutraler Atem

Stand am vorderen Mattenrand. Füße parallel, hüftbreit oder geschlossen. Hände in Gebetshaltung vor dem Herz. Augen geschlossen. Drei tiefe Atemzüge, um anzukommen.

Schritt 2: Urdhva Hastasana (Hände über dem Kopf) · Einatmung

Hände öffnen sich, Arme schwingen seitlich nach oben, Handflächen treffen sich über dem Kopf. Blick nach oben zu den Daumen. Leichte Rückbeuge möglich.

Schritt 3: Uttanasana (Vorbeuge) · Ausatmung

Aus dem Stand: mit geradem Rücken nach vorn beugen. Hände rahmen die Füße ein (oder so weit, wie sie kommen). Knie dürfen leicht gebeugt sein, wichtiger ist langer Rücken als gestreckte Beine.

Schritt 4: Ardha Uttanasana (Halbe Vorbeuge) · Einatmung

Fingerspitzen oder Hände auf die Schienbeine. Rücken lang machen, Brustkorb heben, Blick nach vorn. Wirbelsäule wird flach wie ein Tisch.

✦ Bildidee

Drei Asanas detailliert: Uttanasana, Ardha Uttanasana, Chaturanga, fotografisch oder als detaillierte Strichzeichnung. Fokus auf saubere Ausrichtung.

Bildidee · Schlüssel-Asanas Schritt 3–5

Schritt 5: Chaturanga Dandasana (Vier-Glieder-Stab) · Ausatmung

Hände auf den Boden setzen, Beine nach hinten in eine Plank-Position springen oder stellen. Dann mit der Ausatmung kontrolliert absenken, Ellbogen eng am Körper, bis Schultern auf Höhe der Ellbogen sind. Körper bleibt gerade, kein Hohlkreuz.

Anfänger:innen-Modifikation: Knie ablegen, dann absenken. Chaturanga ist die anspruchsvollste Asana im Sonnengruß, überstürze nichts.

Schritt 6: Urdhva Mukha Svanasana (Heraufschauender Hund) · Einatmung

Aus Chaturanga: Fußspitzen aufrollen, sodass nur die Fußrücken den Boden berühren. Brustkorb durch die Arme nach vorn-oben schieben. Beine, Hüfte und Knie sind gestreckt und vom Boden abgehoben. Schulterblätter ziehen zueinander, Blick leicht nach oben.

Modifikation: Cobra-Variante mit aufgesetzten Beinen, Ellbogen leicht gebeugt.

Schritt 7: Adho Mukha Svanasana (Herabschauender Hund) · Ausatmung

Zehen aufstellen, Hüfte nach hinten-oben schieben. Hände aktiv in die Matte drücken, Schulterblätter nach unten ziehen. Fersen Richtung Boden (sie müssen nicht ankommen). 5 Atemzüge halten: dies ist die einzige Asana im Sonnengruß, in der mehrere Atemzüge gehalten werden.

Schritt 8: Ardha Uttanasana zurück · Einatmung

Aus dem Hund: nach vorn springen oder Schritt für Schritt nach vorn laufen, sodass die Füße zwischen den Händen stehen. Wieder in die halbe Vorbeuge gehen (wie Schritt 4): langer Rücken, Blick nach vorn.

Schritt 9: Uttanasana zurück · Ausatmung

Vollständige Vorbeuge (wie Schritt 3). Rumpf hängen lassen, Kopf entspannen.

Schritt 10: Urdhva Hastasana zurück · Einatmung

Mit geradem Rücken über die Vorbeuge in den Stand zurück. Arme schwingen seitlich nach oben (wie Schritt 2). Blick nach oben.

Schritt 11: Tadasana / Anjali Mudra · Ausatmung

Hände senken sich in die Gebetshaltung vor dem Herz. Stand stabil, Atem ruhig. Das ist eine Runde.

Schritt 12: Wiederholung

Eine Runde Sonnengruß dauert ca. 60 Sekunden. 3 Runden sind ein guter Start für eine Morgenpraxis. 5–10 Runden als vollständige Praxis-Einheit.

Atem-Merkschema

Wer den Atem-Rhythmus vergisst, dem hilft diese Eselsbrücke:

  • Arme nach oben → Einatmung
  • Vorbeugen → Ausatmung
  • Brust öffnen / Rücken lang → Einatmung
  • Erden / Position halten → Ausatmung

Im Zweifel: Bewegungen, die den Brustkorb öffnen, sind Einatmungen. Bewegungen, die ihn schließen oder Erdung suchen, sind Ausatmungen.

Modifikationen für Anfänger:innen

Wenn die Sequenz dich noch überfordert, sind das die wichtigsten Anpassungen:

  • Schritt 5 (Chaturanga): Knie ablegen, dann absenken, wesentlich machbarer.
  • Schritt 6 (Heraufschauender Hund): Cobra-Variante mit aufgesetzten Beinen, Ellbogen leicht gebeugt, schont den unteren Rücken.
  • Schritt 7 (Herabschauender Hund): Knie dürfen leicht gebeugt sein. Fersen müssen den Boden nicht berühren.
  • Übergänge Schritt 4/8: Statt zu springen, Schritt für Schritt vor- und zurückgehen. Springen ist Optimierung, kein Muss.

Häufige Fehler

  1. Tempo statt Atem. Wer zu schnell macht, atmet flach. Das ist kein Yoga mehr, das ist Sport mit Atemnot.
  2. Verkrampfte Schultern in Chaturanga. Ellbogen ziehen Richtung Körper, nicht zur Seite. Schulterblätter aktiv nach unten ziehen.
  3. Hohlkreuz im Heraufschauenden Hund. Po anspannen, Schambein leicht nach vorn-oben kippen, schützt den unteren Rücken.
  4. Schultern hochgezogen im Herabschauenden Hund. Schulterblätter aktiv nach unten Richtung Hüfte schieben, Nacken lang lassen.
  5. Knie überstreckt. Im Hund, in Uttanasana: niemals die Knie „durchdrücken”. Leicht weich halten.

Wo der Sonnengruß wirklich aufgeht

Der Sonnengruß ist kein Aufwärmen, das du „weg machst” bevor das echte Yoga anfängt. Er ist eine vollständige Praxis. Drei Sonnengrüße konzentriert, mit ruhigem Atem, sind oft wirkungsvoller als eine zerstreute 60-Minuten-Stunde.

Wenn du den Sonnengruß im Flow erleben willst, also in einer Stunde, die ihn als Mitte hat statt nur als Warmup, komm in eine Vinyasa-Stunde bei mir. Wir bauen jede Stunde rund um Sonnengruß-Varianten auf, oft in Verbindung mit Schlüssel-Posen, die du allein zuhause schwerer üben kannst.

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Und für deine Solo-Praxis: Meine Yoga-Morgenroutine integriert den Sonnengruß in eine 15-Minuten-Sequenz, die du jeden Morgen wiederholen kannst.

Lesen ist gut. Atmen ist besser.

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